Der Feldfotograf -Tagebuch einer Reise

Inhaltsverzeichnis:
Seite 01 |17.05. Die Bewerber
Seite 02 | 31.05. Erste Inspektion
Seite 03 | 07.06. Mondbruch
Seite 04 | 14.06. Karazhan
Seite 05 | 28.06. Schlingdorntal
Seite 06 | 05.07. Das Tal der Könige
Seite 07 | 12.07. Schwarzfels und Thandol
Seite 08 | -

17.05. - Die Bewerber

 

Heute war es denn endlich so weit: Ich konnte meine ersten Bewerber inspizieren! Zumindest die, die ich ernst nehmen konnte. Die Gruppe Gnome, die mir ihre Rakete verkaufen wollten oder der Druide, der mich vor lauter Drogen in seinem Körper für einen Treant hielt, zähle ich mal nicht mit. Die erste war eine Druidin, die sich mir als Aurayeli vorstellte. Die zweite eine Erzmagiern namens Thaliane Anderson.

 

Wie das immer so ist mit neuen Leuten, man macht sich eben ein Bild. Aber ich muss ja neutral bleiben, wenn ich diese Expedition mit Meister Wolkensturm erfolgreich hinter mich bringen will. Dass die Erzmagiern farblich nicht zusammenpassende Rüstung angelegt hatte und deutlich überheblich und zu selbstüberzeugt war, darf da leider genauso wenig hinein, wie die Tatsache, dass die Druidin eine Robe anhatte, bei der ich mich wunderte, warum sie nicht gleich in Blattwerk verfällt. Mit solchen Leuten werde ich mich also rumplagen müssen.

 

Nun gut. Wenn mich die Leere eins gelehrt hat, dann dass nichts, was in dieser Dimension geschieht, wirklich schlimm ist. Es geht immer schlimmer.

 

Für meine eigene Gedankenstütze:

 

Aurayeli

  • studiert die Natur und liebt Reisen
  • kein fester Wohnort, lebt aktuell in der Taverne
  • Erkundungen, Beobachtungen und Nachforschungen zu Pflanzen und Tieren
  • Teldrassil, Dunkelküste, Mondlichtung, Elwynn
  • keine Portalerfahrung, aber aufgeschlossen dem gegenüber
  • Möglichkeit des kurzen Anrisses zu Flora und Fauna des erwarteten Gebietes
  • Notfall: trägt einen Brief bei sich, der abgegeben werden kann
  • Stärken: Ausdauer
  • Schwäche: Gesetze, Muskelkraft
  • Angst: Felmagie, Dämonen

 

Lady Thaliane Anderson -Thali

  • postal erreichbar in der Ordenshalle der Magier > Erzmagierin Anderson
  • Portalmagierin
  • überheblich, angeberisch
  • Worgen
  • Zeichnen und Fotografie
  • Kartografie, Maßstäbe, Navigation
  • Erfahrungen in Flora und Faune
  • Azeroth, Scherbenwelt, Eiskrone, verheerte Inseln und Argus
  • Notfall: Nachricht an die Ordenshalle
  • Stärken und Schwächen:  Werden sich je nach Lage und Anforderung zeigen
  • Angst: im wirbelnden Nether landen und nicht herausfinden

 

Ich fürchte, ich werde auf beide angewiesen sein, was die Expedition angeht. Bisherige Bewerber traue ich mich nicht einmal als solche zu betiteln. Bleibt zu hoffen, dass Meister Wolkensturm noch fähige Leute ausfindig machen konnte.

N. Dunkelflüstern


31.05. - Erste Inspektion

 

Welch grandioser Einstieg. Wieder einmal habe ich es geschafft, genau das zu tun, was man nicht tun sollte: ICH WAR ZU SPÄT. Beim Brunnen, verdammt. Ich war zu spät. Ich verfluche meinen Orientierungssinn und diese verdammte Karte!!!! ist einfach absolut untauglich! Wie soll man sich denn bitte DAMIT zurechtfinden? Ich gehe einfach morgen zu diesem Bibliothekar zurück. Meister Gilroy hat ja noch ein paar, vielleicht taugt von denen eine eher für mich. Schrecklich sowas. Wegen diesem Mist war ich eine gute Viertelstunde zu spät!

Aber, dem Brunnen sei Dank, waren doch alle da. Die Adressen und Anschriften waren wohl doch richtig, als ich die Einladung losschickte. Nebst mir und Meister Wolkensturm haben sich noch drei Weitere eingefunden.

 

Velano Eisenglanz, ein Zwerg. Seines Zeichens Schamane und reich. Meines Zeichens: Ein vorsintflutlicher Trunkenbold, mit Grabschfingern. Demnächst lasse ich den Hut auf, nicht dass er noch einmal dran zieht. Und wenn doch: Ein Tritt in seine Weichteile wird ihm verdeutlichen, mit welchem Schmerz er es zu tun hat!

 

Dann war da noch Aurayeli, die Druidin, die bei mir vorgesprochen hatte. Sehr schön, sie hatte eine neue Robe an, die auch wirklich so aussah, als würde sie etwas taugen. Zwar aus Leder (wer trägt schon Lederroben?), aber immerhin dürfte das was aushalten. Nachdem ich mich neulich über Druiden belesen habe, sollte die Kleiderwahl bei ihr aber auch weniger relevant sein. Ich bin gespannt, ob ich mal eines dieser Verwandlungsdinger sehe, wofür sie berühmt sein sollen.

 

Zu guter letzt noch Elinore Weidenbaum. Eine Magierin, allerdings eine der Nachtelfen. Hatten die da nciht was dagegen? Scheinbar nicht mehr, jedenfalls stand sie da in ihrer absolut dünnen Stoffrobe. Und meinte das ernst, mit uns mitkommen zu wollen. Aber gut, ich beschwere mich nicht. Immerhin brauchen wir Magier.

 

Wieso? Das hat Meister Wolkensturm erklärt. Er hat diese Apparatur, mit der er die Portale erstellen möchte, mitgebracht und erklärt. Der kleine Kasten basiert auf der Technologie der Runensteine, wie sie die frühen Magier benutzt haben. Allerdings eben... technologisch verfeinert. Es benötigt mehrere Magier, um das Ding aufzuladen und ein Portal zu erstellen. Wir 3 reichen aber wohl aus, denn das Ding war auch gleich schon voll. Meister Wolkensturm meint, dass eine Aufladung für ein Portal reichen würde, egal wo der Zielort ist. Das klingt vielversprechend und, ehrlich gesagt, habe ich weniger erwartet. Aber Meister Wolkensturm schafft es immer wieder, mich zu überraschen. Ich bin gespannt.

Magierin Weidenbaum war gleich so euphorisch, dass sie das Portal auch gleich benutzte. Wir wussten zwar nicht, wo es hinging, aber das schien sie nicht abzuhalten. Ist das nun dumm oder naiv? Blöde Frage, dumm natürlich. Hochgradig. Wer benutzt bitte ein Portal, dessen Zielort man nicht kennt? Sie, offenkundig. Und sie hatte Glück: Meister Wolkensturm hatte Sturmwind als Zielort eingestellt. Nach ein paar Minuten des Wartens kam sie schon wieder angerannt. Überschwenglich freudig: "Das müsst Ihr auch probieren!" Als ob Portalreisen eine neue Erfindung wären. Aber immerhin, spätestens jetzt war klar: NAIV, nicht dumm. Demnächst darf ich also Kindergärtner spielen. Was habe ich da keine Lust drauf! Immerhin war sie gesund und munter, was heißt, dass der Apparat auch funktioniert, wie er soll. Allerdings muss Meister Wolkensturm für den ersten, richtigen Ausflug, noch Berechnungen ausführen. Nächste Woche werden wir uns also zur gleichen Zeit wieder dort treffen.

 

Diesem Velano sollte ich Alkohol mitbringen. Er kann zwar kaum gerade gehen, aber liegend und abwesend herumsabbernd sollte er zu ertragen sein. Sollte ich hoffen, dass er Portwein ähnlich gern mag wie ich? Vermutlich nicht. Es war ja doch eher Schnaps, was er dabei hatte. Schnaps geht gar nicht, vorallem nicht in den Mengen. Aber so ein Wein während der Reise? Da könnte ich mich anfreunden.

 

Zur Verabschiedung wollte er Elinores Schwester grüßen. Die beiden kennen sich also? Und vermutlich auch länger, wieso grüßt man sonst Schwestern? Wieso kennt eine Nachtelfe einen betrunkenen Zwerg?

 

Oh, und am Ende ist es doch noch einmal peinlich geworden. Wie es anfängt, so hört es auch auf, pflegte mein Meister zu sagen. Oh, Magister Sonnenheim, wie vermisse ich Euch manchmal. Und wie klug Ihr doch im Nachhinein erscheint, auch wenn ich Euch während der Lehre deswegen oft belächelte.

 

Ich bin mit Elinore am Ende noch etwas abseits gegangen. Diese Robe ließ mich einfach nicht mehr los, also habe ich sie danach gefragt. Und mir prompt einen Fleck am Kinn erstellt mit meinem Kohlestift. Grandiose erste Vorstellung. Nicht. Diese Roben jedenfalls sollen üblich unter Kaldoreimagiern sein. Trotzdem hat sich Elinore meine Kritik angehört und möchte zum nächsten Mal neue Kleidung mitbringen. Ich hoffe darauf, dass es kein strahlendpinkes Kostümchen wird.

 

Nach gut einer Stunde Heimweg (Warum sagen alle, dass das nur zehn Minuten sind? Wo gehen die denn bitte lang?) wieder zuhause zu sein und mein Versprechen von heute Mittag wahr machen zu können, war aber definitiv das absolute Tageshoch heute. Und gleich darf ich noch mehr mit diesen wundervollen, kräftigen Armen kuscheln. Und auch noch dazwischen einschlafen!

N. Dunkelflüstern


07.06. Mondbruch - erste Reise

 

Beim Brunnen, Magierin Weidenbaum hat wirklich andere Kleidung! Nur warum bitte Violett mit Silber? Ist das so modern bei denen? Kaldorei sind schon seltsam. Die eine rennt in Leder mit Blättern herum, die andere in Violett mit auffälligen Silberverzierungen. Unter uns, ich muss Thaan fragen, ob ich auch was mit diesen Verzierungen bekommen kann. Das steht mir bestimmt!

 

Ich war heute mal pünktlich! Und nicht der letzte, der angekommen ist, denn das war Magierin Weidenbaum, die kurz nach mir eintraf. Ob sie mir gefolgt ist und ich sie nicht gemerkt habe? Möglich. Immerhin habe ich über dieses Vanille-Honig-Bad nachgedacht, das mich hiernach erwartet. Ich freue mich wahnsinnig drauf, Thaan mit süß duftendem Schaum zu bewerfen. Ah, zurück zum Thema. Velano, dieser betrunkene Zwerg, wollte zur Begrüßung bereits eine Runde Alkohol hergeben. Dem Brunnen sei Dank, ich konnte ihn überreden zu warten, bis wir angekommen sind. Als er erwähnte, dass er für die Nachtelfen Milch dabei hätte, schienen sie empört. Was ist an Milch so schlimm? Und warum denkt er, sie würden keinen Alkohol bekommen dürfen? So viele Fragen, die aber im Laufe der Reise nicht weniger wurden. Eher im Gegenteil.

 

Meister Wolkensturm erklärte uns nach der Begrüßung, dass wir nach Westfall, an die Küste und in eine Mine, reisen würden. Schon wieder die nächste Frage. Ich habe zwar schon gerüchteweise von einer Mine gehört, aber keine Ahnung gehabt, was das ist. Er meinte, dort würde man Bodenschätze finden. Velano setzte noch nach, dass es dabei um Edelmetalle und Edelsteine ginge. Im Grunde also eine Buddelgrube. Dachte ich.

Nachdem Meister Wolkensturm, Magierin Weidenbaum und ich das Taschenportal aufgeladen hatten und wir alle hindurch gegangen sind, standen wir auf einem Friedhof. Ich war etwas besorgt um Aurayaeli, weil es wohl ihre erste Portalreise war. Aber sie meinte, es sei alles in Ordnung mit ihr. Ein wenig verblüfft wirkte sie, dass die Sache tatsächlich funktioniert hat. Natürlich hat sie das. Portale gibt es überall nach überall, man muss nur wissen, wie man sie macht. Und genug Macht haben. Meister Wolkensturm meinte, dass Westfall früher einmal fruchtbar und die Kornkammer Sturmwinds gewesen sein soll. Heute war es dort verdammt trocken und öde. Und so, wie die Gräser trocken in die Luft ragten, war das auch nicht der erste heiße Tag da.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, sind wir dann zu dieser Mine gegangen. Was soll ich sagen? Es ist ein beschissenes, dunkles, kaltes, stinkendes Drecksloch! Obendrein hat dieser Zwerg noch bunte Steinklumpen gefunden, die er als Kupfer betitelte und mir ganz stolz in die Hand drückte. Widerlich. Das waren dreckige Steine! Und als wäre das nicht schon schlimm genug, gab es da unten so viele Gänge, dass man sich absolut leicht verirren konnte. Wir sollten in Rufreichweite beieinander bleiben. "Ein Zwerg verirrt sich nicht unter Tage", sprach Velano. Und fiel im nächsten Moment die Wendelrampe herunter. Leider ging es ihm danach immernoch gut. Schade. Ich hätte zu gern etwas weniger Alkoholgestank um mich herum gehabt, wo doch diese Mine schon so stickig war. An einer Wegkreuzung, an der wir nicht weiter wussten, kam denn auch eine Diskussion auf. Magiern Weidenbaum meinte, wir sollten den "nett" aussehenden Weg nehmen. Allerdings stellte sich heraus, dass "nett" keine Relevanz zur Wegfindung hat. So haben wir dann lieber auf Meister Wolkensturms Karte vertraut und sind dem Gang gefolgt. Tief, tiefer, ganz tief in die Mine hinein.

Schließlich sind wir auch da angekommen, wo wir hin mussten. Meister Wolkensturm hat Dinge vermessen und dokumentiert, während wir anderen mit dem Fotografikgerät Grafiken erstellt haben. Als es mir und Aurayaeli wegen Stinkismus, Kälte und schmerzenden Füßen dann zu lange dauerte, sind wir wieder hinaus. Auf dem Weg sah ich mich etwas um... und plötzlich waren alle weg. Ich glaube, ich habe nie so einen Schiss gehabt, wie in diesem Moment. Dem Brunnen sei Dank nur kurz, denn Magierin Weidenbaum kam nochmal zurück und fischte mich wieder auf. Ohne sie wäre ich vermutlich immernoch da drin. Wo es stinkt. Wo es kalt ist. Wo meine Füße weh tun!

Draußen angelangt freuten sich alle (außer Velano) über die Helligkeit und gute Luft. Ich war also nicht der einzige, dem es da unten nicht gefiel! Und wohl auch nicht der einzige, der schnell weg wollte, denn Meister Wolkensturm schickte uns bereits zur Küste, nach Südwesten. Der Weg, den ich einschlug, war aber nicht der richtige. Am Ende folgten wir Magierin Weidenbaum, die meinte einen Hauch Seeluft spüren zu können. Angeblich merken Nachtelfen sowas früher als andere, wegen ihrer Verbindung zur Natur. Ich sollte das recherchieren. Vielleicht hat sie nur Unsinn geredet, das traue ich ihr zu.

 

Der Weg war seltsam. Überall waren Schweine, Geier und kleine Tiere unterwegs. Auf meine Nachfrage hin, ob die denn alle friedlich wären, musste Meister Wolkensturm überlegen. Bis auf die Vögel wäre angeblich alles halbwegs domestiziert. Velano befand die wilden Schweine für gut. Vorallem aber gepökelt oder gebraten. Im Ernst jetzt? Sturzbesoffen und ans Fressen denken, während mir die Füße weh tun? Ich bin nicht weiter drauf eingegangen. Viel Zeit hatten wir dafür ohnehin nicht, da der Leuchtturm an der Küste schon nahe war. Es ist das erste Mal gewesen, dass ich einen solchen gesehen habe. Magierin Weidenbaum, Meister Wolkensturm und Aurayeli erklärten mir, dass solch ein Turm zur Koordination von Schiffen dient, die vorbeifahren. Das Licht ist weit sichtbar und im Sturm soll es die Schiffe vor der Küste warnen. Das klingt so weit logisch und nachvollziehbar.

Den Weg hinunter, während alle vorsichtig im Sand zwischen den Felsen die Klippe herunterkletterten, nahm der Zwerg wieder springend. Und wieder hatte er sich nichts getan. Ist er aus Gummi oder was? Oder vielleicht einfach zu besoffen, um wirklich zu merken, was er tut. In dem Fall hat er morgen sicherlich große blaue Flecken. Leid tut er mir dennoch nicht. Selber schuld.

Den restlichen Weg zum Leuchtturm mussten wir schwimmen. Zu meiner Überraschung legten die Damen ihre Kleidung nicht ab. Ist sie nicht viel wert? Sind sie schüchtern? Keine Ahnung. Wir anderen drei verstauten unsere Kleidung und schwammen hinüber, wobei ich das Fotografikgerät tragen durfte. Es durfte nicht nass werden, also war das Schwimmen etwas kompliziert. Aber machbar! Wir erstellten erneut Fotografiken und Meister Wolkensturm maß etwas nach. Der Aufenthalt am Fuße des Turms war nur kurz gewesen, als wir schon wieder zurück schwammen.

 

Wieder haben wir das Taschenportal aufgeladen und sind durch ein Portal gegangen. In einem seltsamen Raum sind wir angekommen, den Meister Wolkensturm als magischen Mittelpunkt Sturmwinds betitelte. Durch ein weiteres Portal kamen wir dort hinaus und ich entdeckte, dass wir im Magierviertel waren. Glaube ich. Dieser große Turm, wo nur Magier hinauf dürfen, steht da. Denke ich. Jedenfalls waren wir auf diesem und sind dann die Wendelrampe herunter und verabschiedeten uns.

 

Diesmal war ich gut! Ich habe den Heimweg in einer halben Stunde geschafft. Und habe Thaan sogar noch wach angetroffen! Leider habe ich den versprochenen Wein vergessen. Aber ich glaube, das macht nichts. Er lässt das Badewasser ein und es riecht schon sehr lecker nach Vanille.

N. Dunkelflüstern


14.06. - Karazhan oder "Huch, da ist ein Vogel!"

Ja, ich habe es wieder geschafft. Bin ich nicht gut? Diesmal bin ich eine Stunde zu früh an den Toren gewesen!  Eine verdammte Stunde nur rumsitzen und sich langweilen. Ich hätte kotzen können. Nach einer schier endlos langen Zeit des Herumkritzelns in meinem Notizbuch, sprach mich aber Meister Wolkensturm an. Auch er war früher da! Welch Freude! Wir haben uns ein wenig unterhalten und die Zeit, bis alle anderen eintrafen, verging wie im Fluge. Und, wer hätte das gedacht, ich hab herausbekommen, dass er noch alleinstehend ist! Ein formidabler Herr, wie er, ohne Frau? Haben die Mädels Schuppen auf den Augen? Meister Wolkensturm ist vielleicht klein, aber wirklich ein toller Kerl. Und süß. Er ist wirklich süß. Ob Thaan es erlaubt, ihn als Kuscheltier mit ins Bett zu nehmen? Ich fürchte ja nicht... Immerhin hät mir Meister Wolkensturm versprochen ebenfalls nach einem kundigen Parfumeur zu suchen, damit ich meinem Großen mal ein Duftwässerchen geben kann. Er freut sich bestimmt drüber!

 

Überpünktlich, wie auch immer er das sturzbesoffen schafft, kam Velano eingetrudelt. Er meinte, ihm ginge es gut, "vor allem, wenn ich gute Freunde wie Euch treffe!" Wir sind Freunde? Hallo? Ist mir da was entgangen irgendwo? Gute Miene zum bösen Spiel, natürlich habe ich das erwidert. Aber ih? Ein dauernd besoffener Zwerf soll mein Freund sein? Ierks. Und er trinkt Portwein nur als Digestiv! Kunstbanause! Außerdem erzählt er immer Unsinn. Er meinte, es gäbe eine Vereinigung der Zwerge, die immer nüchtern sind. Wer glaubt denn sowas bitte? Ich nicht. Ich weiß nicht viel über Zwerge, aber nüchtern? Nein. Das sind sie garantiert nicht.

 

Nachdem Magierin Weidenbaum eingetroffen ist, über deren wundervollen Hintern wir uns vorher noch unterhalten hatten (welch Zufall!), klärte uns Meister Wolkensturm darüber auf, dass wir diesmal zu einem großen Leylinienpunkt jenseits des Dämmerwaldes reisen wollten. Auf Nchfrage erklärten er und Magierin Weidenbaum mir, dass das ein Wald südlich angrenzend an den Elwynnwald ist. Im Genauen wollten wir nach Karazhan, wo derMagier Medivh gelebt hat. Ich hatte darüber mal gelesen. Unser Zwerg bekam nichtmal seinen Namen richtig heraus und betrank sich erstmal. "Schon wieder Portale! Darauf erstmal ein Bier!" ... ich merke an, dass Portaltauglichkeit ein Einstellungsmerkmal war. Noch mehr ausgerastet ist der Zwerg, als Meister Wolkensturm von einem "Überladungs-Schutz-Ventil" erzählte, das er die Tage noch einbauen möchte. Der Zwerg hat tatsächlich Angst, dass wir explodieren oder schmelzen könnten bei so einem Portalgang. Sollte ich ihm erzählen, dass die größere Gefahr die des Verlorengehens im Nether ist? Wo man praktisch gar nicht mehr zurück kommt und es keinen Alkohol gibt? ... beim nächsten Mal garantiert!

Das Portal stand, wir gingen hindurch... und kamen NICHT in Karazhan an. Sondern auf einem Weg in einem dreckigen, düsteren Wald. Meister Wolkensturm schien verwirrt zu sein und erklärte uns, dass das der Dämmerwald war. Medivhs Schutzzauber hatten wohl die Koordinaten des Gerätes manipuliert. Also entschlossen wir uns den Weg in das Dorf "Dunkelhain" zu folgen, um dort nach dem Weg zu fragen.

Magierin Weidenbaum schien leicht genervt zu sein, als der Zwerg nach Tavernen im Dorf fragte. Allerdings wollten wir ja den Weg wissen und uns dort nicht sinnlos besaufen. Ich bin einfach nur hinterher gelaufen, das schien mir sicherer. Wenn ich mich in einem fremden Wald verlaufen sollte, wer weiß schon, wann ich da wieder rauskäme? Und in welchem Zustand? Meister Wolkensturm schien aber zu wissen wo hin und führte mich schnurstraks zu einem Schild, während die anderen beiden den Brunnen begutachteten. Angeblich stand auf dem Schild "Gebirgspass der Totenwinde". Aber ehrlich? Keine Ahnung! Es war scheiße dunkel, das Schild scheiße alt und ich bin immernoch nicht ganz sicher, was die Schriftsprache angeht. Außerdem war das irgendwas alt geschriebenes, das ich bisher nur ab und an mal gesehen habe. Ich wäre ohne den kleinen Magier heillos verloren! Übrigens: Es heißt Gebirgspass der Totenwinde, weil da ein Fluss durchfließt, der Totenwinde heißt. Nichts von wegen Tote oder Winden. Dachte ich. Dennoch hat der Name alle etwas verunsichert. Bis auf unseren Besoffenen: "Ein Zwerg ist immer bereit!" Für was? Den nächsten Schnaps?

 

Also folgten wir dem Weg, den das Schild zeigte, aus dem Dorf heraus und wieder in den Wald. Und, dem Brunnen sei Dank, auch aus dem Wald heraus. wo wir tatsächlich auf Geister trafen! Wie amüsant, dass ich diese auch außerhalb der Studienräume antreffe. Das Thema scheint mich ja ein bisschen zu verfolgen. Was aber nicht schlimm ist. Immerhin konnte ich Velano und Elinore so davon überzeugen, dass man sie einfach nur zu ignorieren braucht und es passiert niemandem etwas. Wir gingen also unbehelligt weiter, bis uns ein faszinierend riesiger Vogel den Weg versperrte.

Das Tier war RIESIG. Es fauchte und griff Meister Wolkensturm an. Magierin Weidenbaum warf sich heldenhaft dazwischen und Velano fiel einfach um. Diese grauen Federn schimmerten im Mondlicht hell auf. Und wie schnell er nach der Magierin hackte! Diese leuchtenden, schwarzen Augen dabei, wie sie bösartig funkelten! Meister Wolkensturm warf sein Messer nach dem Tier und Magierin Weidenbaum schlug mit ihrem Stock drauf ein. Velano warf seine Bierflasche, war aber zu besoffen, um wirklich zielen zu können. Der Vogel wurde in der Brust getroffen und taumelte zurück. Aber welche Kraft! Er fauchte und zischte immernoch bedrohlich und schlug mit den Flügeln. So ein kräftiger Flügelschlag, so ein Willen zum Überleben! Er hätte eine wundervolle Energiequelle in einem Seelenstein abgegeben! Aber leider verstarb er, nachdem Meister Wolkensturm einen scharfen Stein warf und das Auge des Tieres traf. Das war dann doch zu viel des Guten für ihn. Er kippte hinten über und verstarb, bevor ich etwas ausrichten konnte. Erst da realisierte ich, dass ich hätte "Proben" nehmen können. Was von den anderen irritiert aufgenommen wurde. Wiedermal hatte ich vergessen, dass ich mit meiner Profession nicht hausieren gehen sollte und brabbelte mich heraus. Hoffentlich nehmen sie mir das ab. Schade um die Seele des Vogels ist es trotzdem. Den hätte ich gern gehabt.

Der weitere Weg führte eine steile Klippe entlang. Ein Wunder, fragte ich mich, warum der Zwerg da nicht herunterspringt. Was prompt damit quittiert wurde, dass er genau das ansprach. Er meinte, ihm würde nichts passieren. Zwerge hätten harte Knochen. Aber ist es nicht so, dass ein Material, umso härter es ist, desto leichter zerspringt? Was aber auch völlig egal war, Magierin Weidenbaums Hintern kam in mein Blickfeld. Wie heißt es so schön? Appetit holen darf man sich, gegessen wird zuhause. Oh, was habe ich Appetit auf Thaans Hintern bei dem Anblick bekommen!

 

Der mir dann wieder verging, als wir durch ein Dorf spinnenbekämpfender, adiposer Riesen mit mehreren Köpfen gingen. Magierin Weidenbaum erklärte mir, dass das Oger seien. Und die mit den doppelten Köpfen magiebegabt seien. Das waren also Oger? Ich hatte sie mir immer eher draenei-ähnlich vorgestellt. Doch das hier waren einfach nur hässliche, fette Riesen, die den dämlichsten Gesichtsausdruck hatten, der mir je untergekommen war. Magiebefähigt hin oder her, aber sind die auch denkbefähigt?

 

Nach dem Dorf kamen wir an einem riesigen Turm an, der sich als Karazhan herausstellte. Endlich waren wir da! ... und oh weh, ein Tor versperrte den Weg. Velano versuchte einfach mal es zu öffnen. Dumm hat Schwein, heißt es. Velano fand einen Hebel, der das Tor ganz einfach öffnete. Manchmal nervt mich das. Wieso ist es immer so unkompliziert, wenn jemand dämliches sowas erledigt und mega stressig, wenn es eine intelligente Person erledigt? Jedenfalls sind wir in den Turm hinein gegangen.

Mein erster Besuch in Karazhan! Sofort fielen uns (außer Velano) die starken Energien auf, die sich durch das Gemäuer zogen. Alt und mächtig, aber auch seltsam verwoben und auch irgendwie verworren. Aus irgendeinem Grund begann der Zwerg die Mauern zu mustern. Sie seinen kalt und karg. Ach? Wirklich? Es sind Mauern. Alte Mauern in einem verlassenen Turm voll mit Geistern. Was sollen die Mauern sonst sein? Warm und mit Kuschelsamt bezogen? Kippen Zwerge eigentlich um, wenn sie mehr trinken? Vielleicht mache ich dazu mal eine Versuchsreihe mit ihm.

 

Während Meister Wolkensturm seine Messungen durchführte und Magierin Weidenbaum das Fotografikgerät bemühte, fielen mir die vielen, kräftigen Energien der Untoten auf. Es war ein passender Ort dafür. Einsam, verlassen und alt. Spinnen und Insekten haben sich mittlerweile hier ein zuhause geschaffen. In einer Ecke bemerkte ich eine größere Ansammlung der Energien und ich untersuchte sie genauer. Allerdings wurde ich unterbrochen, da der Zwerg und die Magierin plötzlich hinter mir auftauchten. Velano fragte mich bezüglich des Fotografikgerätes und die Magierin schien irgendwie erbost zu sein.  Ich muss recht irritiert ausgesehen haben, da der Zwerg mich plötzlich umarmen wollte! Widerlich! Ich konnte ihn überreden die zerknirschte Magierin zu umarmen. Freundschaftliche Umarmung hin oder her, weder will ich das Thaan erklären müssen, noch den Alkoholgeruch des Zwerges an mir haben!

Ein Gruppenfoto haben wir noch gemacht, bevor ich anmerkte, dass ich gern eine Karte des Ortes haben wollen würde. Meister Wolkensturm bot an, eine solche in Sturmwind anfertigen zu lassen. THAAAAN, WIR GEHEN NACH KARAZHAN! Ich freue mich jetzt schon tierisch drauf, dabei habe ich ihm noch gar nichts davon erzählt. Hoffentlich ist er einverstanden, sonst werde ich allein gehen müssen. Hier ein paar Energien zu sammeln und später studieren zu können, das wäre etwas. Ich muss laut gedacht haben, da Meister Wolkensturm mich skeptisch musterte. Er hakte nach, ob ich Kristalle und Geister bereits studiert habe. War ich aufgeflogen? Ich weiß es nicht. Mit "Kristalle und Energien" konnte ich mich herausreden. Immerhin vorerst. Er legte mir noch nahe, nicht allein herzukommen.

 

Anschließend luden wir das Portal erneut auf. Während die anderen beiden keine Probleme hatten, unterschätzte ich die Energie des Ortes. Da floss etwas viel hinein und für einen kurzen Moment brach Fel hindurch. Hoffentlich ist es nicht aufgefallen. Immerhin,so erklärte Meister Wolkensturm, habe die Umgebung die überschüssige Energie auch gleich wieder absorbiert, so dass nichts geschah.

 

Die Magierin ging zuerst durchs Portal und schien immernoch sauer. Auch, als wir in diesem Turm wieder ankamen, der den Magiern Sturmwinds gehört. Ich werde demnächst ein wenig aufpassen müssen, fürchte ich.

N. Dunkelflüstern


28.06. Schlingdorntal - Sowas sollte gestrichen werden!

 

Beim Brunnen, was ist denn heute los? Ich habe es geschafft 5 Minuten früher da zu sein und trotzdem sind alle schon da! Sauerei! Aber gut, so habe ich immerhin genug Zeit gehabt, Velano die Flasche Dalaranport zu geben, ohne groß hetzen zu müssen. Ich hoffe, er hat es nicht gleich als Einladung zu einer zukünftigen Sauferei verstanden. Mit dem ganzen seltsamen Schnaps und Bierzeug möchte ich wirklich nicht anfangen. Müssen.

 

Auf Nachfrage erklärte Meister Wolkensturm, dass wir dieses Mal in den Süden des "schönen" Kontinents reisen würden, ins Schlingdorntal. Ganz unter uns, was ich bisher von diesem Kontinent gesehen habe, war alles andere als schön. Vor der Stadt ist ein Wald, daneben ein öder Landstricht oder Wüste, daneben wiederum ein Geisterwald und ein Turm, in dem auch nur Geister leben. Wie... schön. Nicht. Und dieses Mal sollten wir bei Trollruinen rauskommen, an denen die Forschliga großes Interesse haben soll. Trollruinen? Ich bitte euch! Was sollen diese widerlichen, sabbernden Großzähne, die dauerbekifft durch die Gegend rennen (und das Zeug, mit dem sie sich zukiffen, ist nichtmal gut!) schon Besonderes in ihrer Ruinen gemacht haben?

 

Obendrein sollte es noch sehr warm werden, so dass wir alle erst einmal unseren Getränkevorrat durchgegangen sind. Aurayeli hatte wohl genug dabei, so dass sie etwas abgeben können würde, aber Velanos Sammelsurium an Alkoholika dürfte sich da aber kaum als hilfreich erweisen. Obendrein teilt er uns noch mit, dass er Edelschimmel mitgenommen habe. Ich stimme Magierin Weidenbaum zu: Das ist merkwürdig! Schimmel birgt Vergiftungsgefahr und hat bei so etwas nichts zu suchen! ... warum auch immer dieser grenzdebile Zwerg meint, dass sich wissentlich an Käse zu vergiften unbedingt zu einem Abenteuer gehören müsse.

 

Immerhin ist er diesmal nicht beim Aufladen des Portales davongerannt. Allerdings vibrierte das Portal dieses Mal, was uns doch wunderte. Aber Meister Wolkensturm meinte, dass das an dem Überladungsventil läge, das er mittlerweile wirklich eingebaut hat. Dann kann ja nichts schief gehen! ... dachte ich.

 

... denn als ich auf der anderen Seite des Portales herauskam WAR MEIN HUT WEG. Verdammte Netherferenzen! Die waren sogar so schwer, dass selbst Magierin Weidenbaum davon schlecht wurde. Als Meister Wolkensturm dann auch noch fragte, ob auch wirklich alles so ankam, wie es losgeschickt wurde, war ich doch besorgt. Also musste ich gleich mal nachsehen! Aber ja, Thaan und ich haben Glück. Alles ist noch an Ort und Stelle. Dem Brunnen sei Dank. Ein Nachteil: Auch bei dem Zwerg war alles noch da, wo es sein sollte. Zumindest nach seiner eigenen Einschätzung.

 

Als wir uns umsahen erkannten wir, dass wir zwar tatsächlich im einem Dschungel gelandet waren, aber auf einem der Hügel. Und um uns herum nur steile Abgänge, "Hier geht es aber weit runter. Tut bestimm weh." Ja, Velano. So ist das, wenn man hohe, steile Dinge herunterstürzt. Das tut weh. Aber bevor ich feststellen kann, dass sein Hirn bei dem Portalgang vielleicht an Volumen eingebüßt haben könnte, war mir doch danach dem Zwerg mit den Gummiknochen nahe zu legen, zu springen. Was er leider nicht gemacht hat.

 

Weil es Magierin Weidenbaum wirklich nicht gut ging, bot Meister Wolkensturm ihr etwas Wasser an. Während sie noch trank und die anderen direkt an dem Berg nach einem Abgang suchten, habe ich mich umgesehen. Um einen der größeren Bäume, die drumherum standen, herum und dahinter entdeckte ich einen flachen Abgang. Kurz darauf folgte mir Meister Wolkensturm und hinter ihm der Rest, bis wir an ein ausladendes Wurzelwerk kamen. Man musste drüber klettern oder herumgehen und fand auf der anderen Seite eine Art alte Mauer, die vielleicht mal zu einer Ruine gehörte. Während alle anderen diesen Weg nahmen, suchte ich einen anderen. Einen Sprung auf eine Ruine und sich dann daran herunterrutschen lassen? Ich würde mir doch sämtliche Kleidung beschmutzen!

 

Was ich aber sowieso habe. Denn ein paar Meter weiter bin ich ausgerutscht, heruntergeschliddert und habe mir das Knie aufgeschlagen. Super.

Den Weg zu dieser Trollruine, die sich später als Arena entpuppte, bin ich dann also gehumpelt. Unter Schmerzen. Es war scheußlich. Für alle anderen war diese Arena beeindruckend, ich befand sie langweilig. Es war warm, staubig, ich hatte Schmerzen. Und jetzt sollte ich hier noch Herumlungern, bis alle mit dem Fotografikgerät fertig waren und die Notizen Meister Wolkensturms fertig erstellt waren. Weil ich keine Lust hatte, und mir das Knie weh tat, habe ich mich an den Rand gesetzt und die anderen machen lassen. Dabei kam immerhin ein tolles Bild heraus. Vielleicht finde ich ja einen trollischen Abnehmer dafür.

Als Meister Wolkensturm dann laut daran dachte, dass es hier viele Kämpfe gegeben haben müsste, kam auch ich etwas ins Denken. Aurayeli wollte zwar gar nicht drüber nachdenken, vermutlich des Blutvergießens wegen. Aber Wir redeten ja über Trolle. All die Überbleibsel dieser Kämpfe kann man gar nicht mehr benutzen. Auch wenn Meister Wolkensturm meinte, dass es hier ja Geister geben müsste, ist dem ja nicht so. Ausnahmsweise! Wusste ich mal etwas, was den anderen wohl fremd war. Trolle und ihre Mystiker haben für alles mögliche Riten. Unter anderem dafür, Geister zur Ruhe zu betten. In dieser Arena war einfach nichts mehr zu finden. Alles weg. Leider. Und Langweilig.

Also sind wir nach Beutebucht gelaufen. Angeblich sollte es dort etwas kühler sein. Aber der Weg dahin! Scheußlich. Während die anderen die Pflanzenwelt bestaunten und Velano seinen Alkohol anbot, konnte ich nur an eines denken: Warum war ich heute aufgestanden? Meine Hut ist weg, meine Hose kaputt, mein Knie blutet und schmerzt, es ist scheiße warm, langweilig und mir tun die Füße weh! Aber das sollte noch nicht das Ende meiner Leiden an diesem Abend sein.

 

Auf dem Weg nach Beutebucht fing Velano an Aurayeli auszufragen. Wo sie herkomme, was sie mache und derlei. Mir deucht, da ist noch jemandem dieser zweite, wundervolle Elfenhintern nicht entgangen. Zumindest in dem Punkt kann ich den Zwerg verstehen, voll und ganz! Aber was sind solche weichen Frauenhintern schon gegen die vielen Handvoll Hintern Thaans. Nichts, ganz genau! Und genau den werde ich nach dieser Odyssee wieder fröhnen dürfen, was freue ich mich drauf!

 

Odyssee ist das richtige Wort. Als wir nach Beutebucht hinein gingen, (ich wollte ja nicht. Meister Wolkensturm fing an von Halunken und Zwielichtigen zu reden! Was soll ich da denn bitte?) fing es auch noch an zu regnen. Magierin Weidenbaums "Das ist doch nur Wasser!" half da gar nicht. Das war Wasser. DAS AN MIR KLEBTE! Mir fehlte also nicht nur mein Hut, meine Hose war nicht nur schmutzig, mein Knie tat nicht nur weh, es war nicht nur warm und langweilig und meine Füße schmerzten. JETZT WAR ICH AUCH NOCH NASS. Immerhin zeigte sie mir einen Unterstand. Eigentlich hatte ich gehofft, dass wir von hier aus wieder zurück gehen würden, aber nichts da. Die anderen standen draußen und sahen sich das Panorama an, während ich versuchte irgendwie wieder trocken zu werden. Und, was soll ich sagen? Sie entdeckten eine riesige Statue, die sie sich ansehen wollten.

Eine Goblinstatue. Goblins, die Velano nicht mag, aber eine Statue, bei der Meister Wolkensturm befand, dass sie "aus der Nähe vielleicht gar nicht schlecht" aussähe. Also gingen sie los. Allen voran Magierin Weidenbaum. Und wir msusten hinterher. Ohne Regenschirme. An diesem Abend hasste ich diese Frau! Obendrein war der Pier dann zu Ende, also mussten wir weiter schwimmen. Kein Bott, kein Floß, nichts. Der Zwerg war schon im Wasser, bevor wir überhaupt nach so etwas suchen konnten. Also sprangen am Ende alle hinterher und wir schwammen zu dieser Statue herüber. Im Regen.

Leider musste Meister Wolkensturm feststellen, dass diese Statue verdammt mitgenommen aussah. Die Zwerge, zumindest laut Velano, würden so etwas nicht so verfallen lassen. Wer weiß, interessierte mich auch gar nicht. Mir war arschkalt. Nass und im Regen. Der hörte immerhin auf, so dass die anderen wieder Bilder machen konnten. Und Velano Aurayeli bitten konnte, sich zu entblößen. Und ich fror immer weiter. Ja, auch ich sah den Leuchtturm, an dem wir vorletzte Woche waren. Aber dass dieser Zwerg versuchte mich zu umarmen, half garantiert NICHT gegen meine aufkommende Unterkühlung! Immerhin schritt er nicht zur Tat, nachdem ich verbal sein Gemächt bedrohte. Anstattdessen bot er mir gebratenen Schinken an. Verstehe einer diese Zwerge! Aber ich tue es nicht. Dem Brunnen sei Dank hatte Meister Wolkensturm ein Einsehen und gab meiner Bitte zur Rückkehr nach.

 

Ich glaube, so schnell bin ich noch nie gerannt, geschwommen, einen Baumstamm hochgeklettert und zu meiner Kleidung gerannt. Anziehen ging auch sehr, sehr schnell, aber uh... wärmer wurde mir dadurch auch nicht. Ich fror und zitterte so sehr, dass Magierin Weidenbaum mir anbot, mich aufzuwärmen. Als ich ihr meine Skepsis mitteilte, schien sie irritiert. Bei ihr erwarte ich eher Feuerbälle oder derlei, anstatt Umarmungen. Aber das war es wohl, was sie gemeint hatte. Auch egal, denn das Portal nach Hause war offen.

 

Thaan, es tut mir leid. Bevor wir uns an das Spiel wagen können, werde ich mich erstmal aufwärmen müssen.

N. Dunkelflüstern


05.07.  Das Tal der Könige - Der erzählt doch eh nur Unsinn...

 

Was ist das nur, dass diese Magierin immer mit mir zusammen ankommt? Ich gehe ohne sie los, den gesamten Weg ohne sie und SCHWUPP! ... sie ist da. Wie ich auch. Benutzt sie Portale? Teleportation? Bin ich so abgestumpft, dass ich sie gar nicht mehr mitbekomme? Wie geht das?

Thema Portale: Velano zeigt sich wirklich bildungsresitstent. Wieder einmal hat er angewidert auf das Thema reagiert und zeigt absolut keine Gewöhnung daran. Sich an Alkohol zu gewöhnen war scheinbar einfacher. Dabei hat die Magie so eines Portals doch deutlich mehr Wirkungen aufzuzeigen, zusätzlich zu den aufputschenden. Vorausgesetzt, man weiß sie einzusetzen.

 

Der Zwerg hatte Glück. Nach Meister Wolkensturms Angaben ging es dieses Mal erst durch die Tiefenbahn nach Eisenschmiede, bevor wir dort ein Portal ins Tal der Könige stellen wollten. Velano war spontan begeistert. Und ich muss ehrlich sagen: So schlecht fand ich das jetzt nicht. Die Tiefenbahn ist ein eindrucksvolles Bauwerk, allem voran der Unterwasserteil. Madame Kritzelfix' Ausführungen zu diesem Wunderwerk waren ausführlich und interessant gewesen. Zurück zum Thema. Velanos Cousin hatte angeblich durch ein Portal seine Haare verloren. "Na, so ein magisches Portal... Ihr wisst schon!", war aber die Ausflucht des Zwergen. Und dass der Cousin mit seltsamen Tränken experimentiert hätte. Dieser Zwerg! Der denkt sich den Mist doch einfach nur in seinem Saufkopf aus und belabert uns alle damit! Starke Verbindung zur realen Welt hin oder her, der spinnt sich das doch nur zusammen!

 

Viel lieber denke ich da wirklich an Madame Kritzelfix. Also habe ich Meister Wolkensturm auch gleich nach ihr gefragt, da die beiden sich ja kennen. Der allerdings hat auch schon ewig nichts mehr von ihr gehört gehabt, trotz dessen, dass er ihr einen Brief geschrieben hat. Es kam keine Antwort und Meister Wolkensturm vermutet, dass sie Hals über Kopf in Arbeit steckt. Ich hoffe, er hat recht. Sehe ich mir Velano so an, deucht mir, dass die Allianz jeden intelligenten Kopf gebrauchen kann, den es gibt.

 

Der hat uns übrigens durch Sturmwind ins Zwergenviertel und zur Tiefenbahn geführt. Angeblich führt Velano hier seine Taverne, erklärte aber auch gleich, dass es in dem Viertel von Schurken und Halunken wuselt. Passt ja irgendwie zusammen.

 

In der Tiefenbahn haben wir ein paar Bilder gemacht, bevor wir in Eisenschmiede angekommen sind. So recht scheint der Zwerg hier doch nicht zuhause zu sein; er musste sich erst einmal orientieren. Zwischen dessen Schwärmereien (Diese Steindinger sollen wunderschön sein... unterirdisch schön, ja. Pfts.) entschloss Meister Wolkensturm, dass wir das Portal in der großen Halle aufladen. Prompt führte uns der Zwerg in die Schmiede, wo doch das Mystikerviertel deutlich passender ist! Immerhin haben die anderen das ebenso eingesehen. Auch wenn die Nachfrage Aurayelis durchaus berechtigt ist. Ein Portal ist grundsätzlich überall aufladbar. Aber warum sich Dinge schwer machen, wenn man den Zugang zu einfacheren Mitteln hat?

 

Magierin Weidenbaum ging vor und führte uns an eine geeignete Stelle, wo wir das Portal aufluden. Neu war, dass eine grüne Lampe daran aufleuchtete. Die Magieren hakte nach, während der Zwerg schon wieder panisch durch die Gegend rannte. Aber die Lampe, Meister Wolkensturm zufolge, ist nur dazu da, anzuzeigen, ob das Portal funktionstüchtig ist und korrekt aufgeladen wurde.

 

Eines konnte ich mir aber nicht verkneifen vor unserer Reise noch nachzufragen: Wo ist dieses Tal der Könige, das unser Ziel sein sollte, überhaupt? Nach Velano im Süden Loch Modans (wo auch immer das ist) und es zeigt Statuen von Zwergenclans, von denen weder ich noch Aurayeli je gehört hatten. Nach Meister Wolkensturm ist es östlich des Eisenschmieder Tales gelegen (aha!), grün und hügelig und eigentlich recht unbekannt. Außer für Ausgrabungen, die da wohl stattfinden sollen.

Wir kamen zwischen ein paar Hügeln an. Auf Aurayelis Frage, ob wir richtig seien, haben wir uns umgesehen und Meister Wolkensturm hat schnell die riesigen Statuen entdeckt. Ja, wir waren richtig. Nach dem Klettern auf einen der größeren Hügel hatten wir ein wundervolles Bild, wie ich zugeben muss. Da stimme ich Magierin Weidenbaum und Aurayeli zu: Der Zwerg hatte ausnahmsweise mal recht.

 

Er erzählte uns, dass der Kerl mit der Axt König Bronzebart sei, der andere König Wildhammer. Die Statuen seien ein Denkmal für einen gewonnenen Krieg gegen die Dunkeleisenzwerge. An mehr konnte (oder wollte?) er sich nicht erinnern, leider. Ich werde das in den Bibliotheken beizeiten nachlesen müssen, vorallem die Inkonsequenz der Namensgebung. Es jetzt passenderweise erzählt zu bekommen wäre mir lieber gewesen, wenn ich ehrlich bin. Aber eine Frage stellte sich dringend: Die Statuen sind wirklich GROSS. Da keimt der Gedanke, dass die kleinen Völker umso größere Denkmäler bauen müssen. Ein Minderwertigkeitskomplex! Amüsiert lachte Aurayeli über die Theorie auf, die Velano gleich damit zurück gab, dass ich neidisch wäre. Aber im Ernst, bei dem vielen Prunk in und um Silbermond können die Zwerge einpacken. Neid brauche ich da gewisslich nicht zu haben.

Diesmal war es Velano, der die ersten Bilder mit dem Fotografikgerät machte, während Meister Wolkensturm Messungen anstellte. Er ging den Hügel und sah sich genauer um, nachdem er es an Magierin Weidenbaum weitergereicht hatte. Diese folgte ihm und gab Aurayeli das Gerät. So waren wir endlich allein und ich konnte mich etwas genauer mit ihr unterhalten. Allerdings auch nicht sonderlich lang, dann kam Meister Wolkensturm wieder zu uns. Die anderen beiden hatten unten wohl eine kleine Lagerstatt eingerichtet und tauschten Snacks aus. Da auch Aurayeli nicht abgeneigt war, folgten wir dem Gnom nach unten.

 

Es waren aber wirklich nur Snacks. Wasser, Brot und etwas Obst, auf das ich alles keine Lust hatte. Mir wäre nach Huhn Cabrese gewesen, aber, wie ich leidvoll anmerkte, gab es keinen Backofen, in dem man es hätte überbacken können. Meister Wolkensturm schien von der Idee eines tragbaren Backofens begeistert und nahm die Idee gern auf. Hoffentlich baut er so etwas irgendwann einmal. Huhn Cabrese, während man in Westfall am Leuchtturm sitzt und aufs Meer sieht. Das hätte was. Was so gar nichts hat, war das Angebot, mich hinzusetzen. Eine neue Robe und dann gleich Grasflecken darauf? Nein, Danke! Der Zaun war die bessere Wahl, zumal auch niemand ein Handtuch oder etwas Ähnliches dabei hatte.

Meister Wolkensturm, un dich stimme zu, befand den Ort als schön. Und es als schade, dass das Gebiet für Ausgrabungen umgebuddelt werden sollte. Während Velano das gleich als "Schande!" betitelte, war mir das schleierhaft. Immerhin gab es hier nicht viel zu finden. Auch Magierin Weidenbaum fand es schade und Meister Weidenbaum merkte an, dass sie bereits östlich des Sees (auch wenn ich keinen gesehen habe) bereits Ausgrabungen anstellen. Wieder war mir der Grund schleierhaft. An diesem Ort gab es nicht einmal ansatzweise Geister, also auch nichts, was diese anziehen konnte. Und demzufolge auch nichts, was interessant genug wäre, um es auszugraben. Meister Wolkensturm erklärte mir, dass der Kurator hier wohl Gräber von Königen witterte. Aber wenn er sich irrte, würde er ohnehin keine Genehmigung dafür bekommen. Und das tat er garantiert, so friedlich, wie es hier war. Da stimme ich Velano (erneut, ohje.) zu: Der Kurator wird nur wegen der beiden Statuen auf den Dreh gekommen sein.

Aurayeli, ganz Druidin, bemerkte, dass die Tiere hier sehr entspannt seien. Vorallem die Widder. Und dann geschah etwas, was mich nicht im geringsten interessiert: Sie begannen sich über diese Viecher zu unterhalten! Dass Widder die Reittiere der Zwerge seien, die Gnome mechanische Reittiere hatten. Dass Widder nicht leicht zu fangen seien und die Hörner schmerzhaft wären. Zu guter letzt befand man sie noch für hübsch und gutschmeckend im Eintopf. Als ob mich das nicht  schon genug genervt hätte, entdeckte Meister Wolkensturm dann noch ein Schaf. Alle, wirklich alle! sind gleich hingerannt. Es gab ein großes "Uh!" und "Ah!" und die ersten Süßheitsbekundungen gingen los.

 

Als ich anmerkte, dass das Ganze jetzt etwas von "Uh, sieh mal, Welpen!" hatte, wurde ich komisch angesehen. Meister Wolkensturm fragte mich, ob mir die Natur nicht so wichtig wäre. Natürlich ist sie das nicht. Zuallererst kommt da mal Thaan. Dann kommt die Benutzbarkeiten von Seelen. Und dann ich. Natur? Kein Platz dafür. Aurayeli verstand das nicht so recht, also erklärte ich es ihr. Als Ren'Dorei ist es nicht so einfach zu überleben. Die Leere heißt nicht Leere, weil es so unglaublich viel darin gibt. Man überlebt nicht mit "Oh, ein Stück Alge, das noch niemand gefunden hat, wie lecker!" Man greift zu drastischeren Mitteln und andere dafür einzuspannen, ist durchaus von Vorteil. Meister Wolkensturm merkte an, dass das Reisen die Wahrnehmungen der Welt verändere und er an sich nichts über die Leere wisse. Das ist mir schon klar, aber was hat das mit Reisen zu tun? Ist ja nicht so, als wäre ich sonderlich freiwillig auf so lange Zeit dort gewesen.

 

Aurayeli wollte denn aber auch zurück und es war wirklich an der Zeit. Die Lampe des Taschenportals zeigte Gelb und Velano erwartete schon unser aller Tod. Nachdem wir das Portal aber aufgeladen hatten, leuchtete sie wieder Grün. Und dem Rückweg stand nichts im Wege.

 

Anmerkung für mich: Vielleicht sollte ich sie alle mal in die Leere mitnehmen. Einfach zum Gucken, Wahnsinnig werden und völlig verängstigt wieder gehen lassen. Har.

N. Dunkelflüstern


12.07.  Schwarzfels und Thandol - Zwerge, Zwerge, Zwerge... gibt es noch etwas anderes?

 

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